Somatoforme Störungen bezeichnen Zustände, bei denen die Betroffenen unter ein oder mehreren körperlichen Symptomen leiden, die nicht aufgrund einer medizinischen Ursache ausreichend erklärt werden können und mit erheblichem Leid, Sorgen und Funktionsschwierigkeiten im Alltag, einhergehen. Dazu zählen Schmerzsymptome, Müdigkeit und Erschöpfung, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Magen-Darm-Beschwerden und sexuelle Symptome. Die Diskrepanz zwischen organmedizinischem Befund und subjektivem Erleben stellt eine große Belastung für die Betroffenen dar. Oft kommt es zu Vermeidungsverhalten, was zu weiteren Missempfindungen führt und in einem Kreislauf endet, der das Leben stark beeinträchtigt.

Fast jeder hat schon einmal im Alltag irgendwelche unklaren körperlichen Symptome wahrgenommen. Jedoch müssen diese über einen längeren Zeitraum anhalten und zu deutlichem Leid führen und den Alltag der betreffenden Person erheblich beeinträchtigen, damit man von einer Somatoformen Störung reden kann.

Für die Entstehung einer Somatoformen Störung gibt es vielfältige Ursachen. Es handelt sich um ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren, die über mehrere Jahre wirken. Beispielsweise chronische oder schwere körperliche Erkrankungen, außergewöhnliche Belastungen, soziale Konflikte, Veränderung der Lebensumstände oder biologische und genetische Faktoren.

„Normale Körperprozesse“ werden verstärkt wahrgenommen und als Anzeichen einer körperlichen Erkrankung gesehen. Oftmals kommt es zu einer körperlichen Reaktion, die durch einen individuellen Auslöser (z. B. Stress, belastende Lebenssituation) ausgelöst wird, z.B. das Herz schlägt schneller, man verspannt sich oder hat einen nervösen Magen. Die Person schenkt den Beschwerden immer mehr Aufmerksamkeit, wodurch die Beschwerden intensiviert werden. Es werden wiederholt Ärzte zu Rate gezogen, doch auch das positive Ergebnis, dass keine körperliche Erkrankung besteht, beruhigt die Betroffenen nicht. Sie fühlen sich vielmehr in ihrer Vermutung bestätigt, dass etwas Schlimmes mit ihnen los sein muss, wenn kein Arzt etwas findet.

Eine wirksame Behandlungsform bei somatoformen Störungen ist die Psychotherapie. Ziel ist es mit dem Betroffenen einen Weg zu finden, wie er mit seinen körperlichen Beschwerden umgehen und seinen Alltag wieder besser bewältigen kann. 
Einzelne Elemente in der Therapie können sein: die eigenen Beschwerden und ihre Entstehungsprozesse besser zu verstehen und einzuordnen, durch die Veränderung von gedanklichen Bewertungen und Gefühlen einen hilfreicheren Umgang mit den Körperbeschwerden zu finden. Den Körper trotz Beschwerden langsam wieder mehr zu belasten und aktiv zu werden und durch gezielte Strategien wie Aktivierung, Stressbewältigung und Achtsamkeitstraining die Beeinträchtigung durch Körperbeschwerden zu reduzieren.