Bis zum Ende der 1970er-Jahre zählte man die Zwangsstörung zu den eher seltenen Störungen. Dies hat sich in den letzten 20 Jahren jedoch stark verändert. Mittlerweile gehört sie sogar zu den häufigeren psychischen Störungen.

Bei der Zwangsstörung fühlen sich die Betroffenen gezwungen, Handlungen und/oder Gedanken häufig zu wiederholen. Diese erreichen dann ein Ausmaß, das zu einer erheblichen Einschränkung des Alltags führt.

Man unterscheidet Zwangshandlungen und Zwangsgedanken.  Zwangshandlungen sind sich wiederholende Verhaltensweisen, die meist immer gleich ablaufen müssen und zu denen sich die betroffene Person genötigt fühlt, obwohl sie diese als sinnlos und übertrieben wahrnimmt. Ziel der Zwangshandlungen sind Ängste, Unbehagen oder Ekel, den die Zwangsgedanken ausgelöst haben, zu reduzieren. Zu den häufigsten Zwangshandlungen zählen beispielsweise der Wasch- und Putzzwang, zwanghaftes Überprüfen und Kontrollieren, An und Ausschalten des Lichtschalters, Sammeln und Ordnen. Zwangsgedanken können Vorstellungen, Gedanken oder Impulse sein, die als unsinnig und übertrieben wahrgenommen werden, also nicht seine eigene Meinung wiederspiegeln, sich diesem aber immer wieder aufdrängen. Sie lösen Gefühle wie Ängste, Unbehagen oder Ekel aus. Diese Zwangsgedanken, mit unterschiedlichem Inhalt (z.B. Zahlenreihen oder einzelne Sätze), müssen immer wieder durchdacht werden. Auch religiöse und sexuelle Inhalte sind typische Zwangsgedanken. Bei diesen Gedanken geht es also häufig um angstvolle Gedanken und die Überzeugung, sich oder anderen Personen zu schaden (z.B. durch aggressive Handlungen, Verunreinigungen oder sogenannte „magische Handlungen“), oder durch das Unterlassen der Handlung indirekt für ein Unheil verantwortlich zu sein. Gedankengänge werden ständig wiederholt, da sie nicht befriedigend abgeschlossen werden können und sich wieder und wieder aufdrängen, ohne zu einem ausreichenden Ergebnis zu führen.

Betroffene sind sich ihres Problems durchaus bewusst und leiden oft selbst sehr stark darunter. Zwangsgedanken und Zwangshandlungen können enorm zeitraubend sein. In manchen Fällen benötigen Betroffene täglich Stunden, um ihre Handlungen durchzuführen. Der normale Tagesablauf wird durch die Rituale stark beeinträchtigt und die berufliche Leistung und der soziale Umgang mit anderen Menschen oftmals eingeschränkt.

Als bewährte Behandlungsmethode hat sich eine Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Behandlung herausgestellt. Probleme, Ängste und Sorgen werden angesprochen und der Umgang mit der Erkrankung erlernt. Praktische Hilfestellungen sollen unterstützen, das Verhalten zu kontrollieren. In weiterer Folge soll das seelische Leid gemildert und letztendlich geheilt werden.

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